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Einzigartiges Erschaffen, auf vielfältigste Weisen

Der Kärntner Künstler Siegfried Zellot zählt zweifelsohne zu den vielfältigsten seiner Art. Vielen Golfspielern sind seine Kreationen als Koch in genussreicher Erinnerung, manche Golfspieler haben auch seine atemberaubenden Bilder zu Hause hängen. UNLIMITED GOLF bat „ZeSi“ zum Interview.

©ZeSi

Eine Tätigkeit als Küchen-Chef zählt nicht unbedingt zu den unanstrengendsten Berufen. Was motiviert einen dazu, in seiner raren Freizeit dennoch mit dem Malen von Bildern, dem Schreiben von Texten und dem Schaffen von Skulpturen zu beginnen?

Es ist schon richtig, eine Tätigkeit als Koch ist sehr zeitintensiv. Und wie immer: Es geht nicht alles zur gleichen Zeit. Die Grundgedanken reifen zuerst als geistige Ablenkung, wie eine Art Therapie im Kopf heran, um im passenden Moment freigelassen zu werden. Dies geschieht nicht nur zu Tageszeiten, sondern geht so weit, dass man in der Nacht oder bei einer Ruhepause munter wird und seine festgesetzten Gedanken, welche sich über die Zeit in dir aufgestaut haben, in dieser Phase auf ein immer bereitgelegtes Papier niederschreiben muss.
Die Dauer der Freizeit spielt dabei keine Rolle. Erst bei der Ausfertigung spielt sie einen wesentlicher Faktor, der das zu erarbeitende Kunstwerk wesentlich beeinflusst. Ob dies nun in Form eines Gemäldes oder Textes, einer Skulptur oder eines Objekts ist, spielt dann keine Rolle mehr. Sobald die Idee den Weg in die Freiheit gefunden hat, sucht sie sich das bestmögliche Material in rätselhafter Weise selber aus. Meist glaubt man dann, seiner eigenen Entscheidung Folge zu leisten, um dann, nach etliche Hinterfragungen, festzustellen, dass man schon während der Skizze öfters zwischen den Materialen umschwenkt, um am Ende das beste Ergebnis zu erreichen. So verflüchtigt sich oft die erste Auswahl in einen Prozess des Suchens und Festlegens.

Gibt es Parallelen zwischen dem Kochen und der Kunst?

Kochen birgt sehr wohl Parallelen zur Kunst in sich. Nicht umsonst spricht man von der „Kochkunst“. Auch wenn dies nun abgedroschen erscheint und außerdem ein weitläufiger Begriff ist. So weitläufig, wie die Arbeit in der Küche. Nicht auszudenken, wären da keine kreativen Köpfe am Werk. Unser Essen würde sich auf eine reine Nahrungsaufnahme beschränken und sich auch nicht an unterschiedliche Kreationen orientieren. Man denke nur an die Vielzahl verschiedener Nudelgerichte. Genauso wenig beschränkt sich das Kochen nur auf das Handwerk, wesentlich ist auch der Geruchs- und Sehsinn. Voll dabei sind natürlich auch die Geschmacksnerven. Ein wichtiger Punkt ist auch die Kenntnis der Materie und dessen Umgang bei der Verarbeitung und allen Begleiterscheinungen. Im Großen und Ganzen ist dieser Punkt auch auf die Kunst umzuwälzen: Um ein gelungenes und gutes, ich spreche absichtlich nicht von hervorragendes, Kunstwerk zu erstellen, bedarf es nicht nur all dieser Kenntnisse zu unsere Kreativität, sondern auch Selbstverantwortung und Selbstkritik.

Was ist dir bei deinen aktuellen Werken besonders wichtig?

Wie jeder Künstler möchte man immer das Besondere zum Ausdruck bringen und dabei die beste Qualität erreichen. Dabei ist es wichtig, den Gedankenflug zum Ausdruck zu bringen und deinem Kunstwerk doch eine gewisse Eigen-Verantwortung zu überlassen. Das heißt nichts anderes, als sich dem Prozess hinzugeben und nur richtungsweisend einzugreifen.

Wird deine Kunst im Laufe der Jahre immer gesellschaftskritischer?

Ich denke, dass sich dieses Thema automatisch bei jedem von uns einschleicht aber nur bei bestimmten Menschen die Change bekommt, wieder in Erscheinung zu treten.
Ohne sich mit diesen Themen zu befassen und damit auch auseinander zu setzen, wird die Kunst, und somit auch ich als Vertreter und Bewunderer, nur ein Wiedergebender, der wohl auch berechtigten und ohne Zweifel zu bewunderten Wiedergabe von Bildern, wenn auch handfertig, sein.
Es ist doch die Aufgabe der Kunst, Schönheit Einzufangen und zugleich auch Kritik an bestimmten unverständlichen Handlungen der Menschheit auszuüben.
Ein ganz wichtiger Bestand meiner Arbeiten befasst sich mit brisanten Themen die unsere Weltwirtschaft und unsere Politik betreffen. Es ist notwendig, eine tägliche Bestandsaufnahme zu machen und diese abzuarbeiten. Die eigentliche Herausforderung ist, wie sich ein gewähltes Thema umsetzen lässt und zum Bild reift.
So gehe ich auch mit meinen Texten und Titeln mit dem Betrachter und Zuhörer auf Konfrontations-Kurs und zwinge die Menschen dazu, ihre Gedanken zu sammeln und aufzupassen. Dazu werden sie auch noch gezwungen, sich ihre eigene Meinung, welche weit über „schön“ oder „das kann ich“ auch hinausgeht, zu machen und sie werden verurteilt, ein Bild genauer zu untersuchen und zu betrachten, um dessen Kontext zu finden.

Auf welche Vernissagen von dir dürfen wir uns 2019 freuen?

Eine Ausstellung mit kleinformatigen Drucken läuft zurzeit im Kulturgarten Aichwaldsee. Demnächst werde ich die Ordination von Dr. Leitner in Ledenitzen bestücken.
Eine wichtige wird im evangelischen Zentrum Markushof in Villach am 17.05.2019 sein. Zwei weitere, im Raum Villach, sind für heuer noch in Planung.
Einige Gemeinschafts-Ausstellungen, „Die Lange Nacht der Museen“ und eine eigene Vernissage in Ferlach, sind ebenfalls noch anberaumt.

Mehr zu seinen Werken findet man auf www.zesi.at