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Wirtschafts-Faktor Golf

Der aktuelle BRANCHENREPORT GOLF setzt sich mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten des Golfsports auseinander und stellt ein detailliertes Bild des österreichischen wie auch internationalen Golfmarktes dar.

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten vor einiger Zeit das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich (WIFI Österreich), die Ennemoser Wirtschaftsberatung GmbH und der Österreichische Golfverband (ÖGV) den aktuellen BRANCHENREPORT GOLF, der sich mit betriebswirtschaftlichen Aspekten des Golfsports auseinandersetzt und ein detailliertes Bild des österreichischen wie auch internationalen Golfmarktes darstellt.

Monika Elsik, Institutsleiter-Stv. des WIFI Österreich, betonte eingangs, dass „wir mit dem Report Entscheidungsgrundlagen und Entscheidungshilfen für alle wirtschaftlichen Aktivitäten rund um das Thema Golf bieten wollen. Denn Golf ist mehr als ,nur' ein Sport, Golf ist mittlerweile ein entscheidender Wirtschaftsfaktor geworden." Durch Golf wird in Österreich ein jährliches Regional-Einkommen von rund 2,5 Mrd. Euro generiert. Alleine das Ausgaben-Volumen durch österreichische Golfer beträgt 349 Mio. Euro und durch Golf-Touristen 404 Mio. Euro jährlich. ÖGV-Präsident Franz Wittmann dankte dem WIFI und der Ennemoser Wirtschaftsberatung für den nunmehr fünften Branchen-Report dieser Art, „der von allen Golf-nahen Unternehmen -von Golf-Clubs bis zum Golfhandel - stark nachgefragt wird, da er unter anderem eine gute Grundlage und nützliche Informationen für weitere Investitionen liefert".

Klaus Ennemoser, Geschäftsführer der Ennemoser Wirtschaftsberatung, ging in seinen Ausführungen auf die Details des Reports ein: „Derzeit sind rund 105.000 Österreicher beim ÖGV gemeldet. Dazu kommen noch circa 50.000 ,wilde Golfer', die auf einem der 156 österreichischen Golfplätze Bälle abschlagen, aber nicht in einem Golf-Club gemeldet sind." Ennemoser geht davon aus, dass die Zahl der gemeldeten Golfer bis zum Jahr 2020 auf über 120.000 ansteigen und es bis dahin rund 180 Golfplätze in Österreich geben werde. Niederösterreich weist mit 43 Plätzen und 30.000 Golfern die meisten Anlagen auf. Am höchsten ist die Dichte der Golfer mit 2% der Wohnbevölkerung in Salzburg - bundesweit waren es voriges Jahr 1,24%, und bis 2020 sollen es 1,4% sein. Häufigster Anlagentyp ist die 18-Loch-Anlage, hier gibt es bundesweit 84 Plätze davon, also mehr als die Hälfte.

In Europa gibt es mehr als 3.700 Golfplätze - 3.000 davon allein in Großbritannien und Irland - und zirka 4,4 Millionen registrierte Golfer. Hinzu kommen nochmals 2,7 bis 3 Millionen freie Golfer. 80% der europäischen Golfplätze liegen in den „Big-Eight" -Großbritannien, Irland, Deutschland, Frankreich, Schweden, Italien, Frankreich und den Niederlanden. Weltweit sind 70 Millionen Menschen auf 37.200 Anlagen am Einlochen, wobei die USA mit 37 Millionen Golfern und 18.000 Plätzen führend sind.

Die Zukunft des Golfsports in Österreich sieht Ennemoser grundsätzlich positiv. Der Zulauf zu den Golfanlagen steige, „auch wenn sich der Spielertypus immer mehr vom Club-Golfer zum freien Golfer, ohne Bindungsabsicht an einen bestimmten Club, wandelt." Das durchschnittliche Eintrittsalter in einen Golfclub liegt bei 45 Jahren. Der Junioren-Anteil beträgt ca. 10%. Robert Fiegl, ÖGV-Generalsekretär, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, "dass seitens des ÖGV künftig verstärkt Maßnahmen getroffen werden, um mehr Kinder und Jugendliche dem Golfsport zuzuführen". Gesamtwirtschaftlich gesehen ist Golf die drittgrößte Sportart in Österreich. Das größte Hindernis für einen weiteren Ausbau der Golfinfrastruktur sieht Ennemoser in den strengen Vorgaben bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) für Golfplätze. „Es kann nicht sein, dass für einen Golfplatz dieselben UVP-Bestimmungen wie für eine Müllhalde oder Schnellstraße gelten. Golf ist eine saubere Sportart, daher ist hier dringender Reformbedarf geboten, um den wichtigen Wirtschaftsfaktor Golf nicht unnötig zu bremsen", so Ennemoser abschließend.