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Money, Money, Money!

Golfer geben im Urlaub mehr aus als der „Normalo“-Tourist, sind wahre Genießer und reißen sich um exklusive Immobilien in Golfplatznähe.

Auf was Golfer beim Buchen achten? Ingrid Rieder vom Reisebüro Lifestyle: „Im Idealfall liegen rund um das Hotel mehrere Golfplätze.

Reise-Profi Ingrid Rieder

Bei zehn Tagen Golfurlaub muss dann nicht immer auf dem gleichen Platz gespielt werden.“ Die Erfahrung zeigt für die Reisebüroinhaberin eines: „Wenn es ein super Golfplatz ist, nehmen golfende Hotelgäste auch eine Anreise von rund einer dreiviertel Stunde in Kauf.“ Ob jeden Urlaubstag gegolft wird? „Bei zehn Tagen Urlaub steht man im Schnitt vier Tage am Platz. Den Rest verbringen Golfer gerne mit Wandern oder einem Stadtbummel“, kann Rieder die eingangs geschilderten statistischen Werte bestätigen. Ebenso sagt sie: „Ich habe noch nie einen Golfer gehabt, der einen Urlaub für sich alleine gebucht hat. Die mitreisenden Frauen golfen nicht immer. Für sie sind entsprechende Rahmenangebote wie Wellness, aber durchaus auch Tanz- oder Malkurse sehr wichtig.“
Beliebte Destinationen von Kärntner Golfurlaubern sind derweil die Algarve ab März bis Oktober und das ganze Jahr über Südafrika. Rieder, die auf die Wünsche ihrer Kunden immer individuell eingeht: „Beide Urlaubsziele sind von den Kärntnern heuer super gebucht.“

Golf als Jobchance
Wo andere Urlaub machen, muss es auch Menschen geben, die ihre Arbeit verstehen.

WIFI-Kärnten GF Andreas Görgei

Ob in der Hotellerie oder am Golfplatz selbst. Die österreichweit einzige Greenkeeperausbildung wird vom WIFI angeboten. „Die Abschlüsse dieser hochwertigen Ausbildung, die in Zusammenarbeit mit der Austrian Greenkeeper Association durchgeführt wird, sind international anerkannt“, so WIFI-Kärnten Geschäftsführer Andreas Görgei. „Die professionelle Ausbildung vermittelt umfassendes und praxisbezogenes Know-how zur fachgerechten Pflege eines Golfplatzes und trägt so einen wichtigen Teil zur Ausübung des Golfsports bei.“

Golf und Immobilien
Zweitwohnsitzabgaben und die Streichung des Inflationsabschlages zum Trotz: Ferienimmobilien sind, nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Zinsen, sehr gefragt.

Notar Stefan Lindner

Der Klagenfurter Notar Stefan Lindner: „Wenn man eine Verbindung zum Golfsport herstellen will, ist festzuhalten, dass Zweitwohnsitze in unmittelbarer Golfplatznähe oder gar auf einem Golfplatz, weltweit sehr gut angenommen werden.“ Dieses Phänomen sei allerdings in Kärnten noch nicht so recht angekommen. Lindner: „Die meisten Golfpätze in Kärnten haben die Grundfläche gepachtet. Dementsprechend ist keine Baulandwidmung vorhanden.“ In Zukunft könnten Zweitwohnsitze in (un)mittelbarer Golfplatznähe noch mehr zum Thema werden. „An den Kärntner Seen tut man sich mit Zweitwohnsitzen zunehmend schwer. Die meisten Widmungen bei Seegrundstücken lauten auf Kurgebiet oder Baulandkurgebiet. Sprich: Entweder kann ich vor Ort nur ein touristisches Projekt oder einen Hauptwohnsitz realisieren. Freizeitwohnsitze sind jedoch nicht zulässig“, erklärt der Notar. Bei Golfplätzen gäbe es solche Widmungsproblematiken allerdings nicht. Eine Marktlücke für findige Immobilienexperten? Die Zukunft wird es weisen. In Kärntennähe (Jesolo, Lignano und neuerdings am Golfplatz Tarvisio) funktionieren solche Konzepte bereits bestens.

Die meisten Golfpätze in Kärnten haben die Grundfläche gepachtet. Dementsprechend ist keine Baulandwidmung vorhandenStefan Lindner, Notar

Golf und Steuern
Ein „Nicht-Berufssportler“ hat hinsichtlich der Absetzbarkeit von Ausgaben rund um den Golfsport durchwegs schlechte Karten.

Steuerexperte Herbert Studentschnig

Steuerexperte Herbert Studentschnig von Datex: „Als Freizeitsport zählen Aufwendungen rund um den Golfsport zu den persönlichen Lebensführungskosten und sind nicht absetzbar. Selbst für Firmen, die Kundenturniere veranstalten, sei der Versuch die anfallenden Kosten als Marketingaufwand und demnach als Betriebsausgaben abzusetzen, „ein heikles Unterfangen. Die Finanzbehörde lässt nur solche Kosten als steuerlich abzugsfähige Werbungskosten zu, die einen engen Zusammenhang mit dem Aufbau oder der Sicherung einer beruflichen Einkunftsquelle aufweisen.“ Sollte ein Turnier einen eindeutig werblichen Charakter im Sinne der steuerlichen Sponsoring Bestimmungen aufweisen, könnte eine steuerliche Berücksichtigung erfolgen.“ Sprich: Produktinformationen müssen im Vordergrund stehen. Die Devise hier: „Dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren.“ Und selbst dann werden sich Betriebsprüfer die Gründe genau ansehen wollen. Eine Frage etwa: Übersteigen die Kosten des „geselligen Teils“, die Kosten der Produktinformation...?

Golfende Netzwerker
Der Direktor der Brau Union in Kärnten, Werner Kresse, ist selbst leidenschaftlicher Golfer. Für ihn zählt vor allem der Netzwerkgedanken.

Werner Kresse, Direktor der Brau Union in Kärnten

„Golf dient vielen Gastronomen als Ausgleich. Man kann sich nach dem Spiel gemütlich zusammensetzen und den Tag mit einem kühlen Gösser Bier ausklingen lassen.“ Um Golf als „get together“ für die Gastrobranche zu unterstreichen, richtet die Brau Union jedes Jahr ein Wirte-Einladungsturnier in Kärnten aus. Letztes Jahr wurde am Klopeiner See abgeschlagen, heuer dient der Jacques Lemans Golfclub St. Veit Längsee als Austragungsort. Ebenso fix eingeplant in Kresses Netzwerkkalender, ist mit der Gösser Trophy im steirischen Maria Lankowitz (16. bis 20. Mai 2017), das traditionsreichste Profi-Golfturnier Österreichs. Kresse: „Die Gösser-Open im GC Erzherzog Johann gehen heuer in ihre tolle 25. Saison. Werte wie Tradition, Natur und Authentizität stellen eine ideale Synergie zwischen dem Golfsport und unserer Firmenphilosophie her.“

Werte wie Tradition, Natur und Authentizität stellen eine ideale Synergie zwischen dem Golfsport und unserer Firmenphilosophie her.Werner Kresse, Direktor, Brauunion in Kärnten

Zigarren und Edelbrände
Was Bobby Ehrlich und Valentin Latschen gemeinsam haben? Sie sind mit ihren edlen Zigarren und Bränden nicht mehr aus der Golfszene wegzudenken.

Zigarrenexperte Bobby Ehrlich

„Die meisten Golfer sind gerne in der Natur unterwegs und als absolute Genussmenschen qualitativ hochwertigen Naturprodukten nicht abgeneigt“, so Latschen. Der „Pfau“ exportiert seine Brände inzwischen nach Deutschland, Schweden, Italien, Belgien, den Niederlanden, auf die Bermudas sowie Kreuzfahrtschiffen wie der „Europa 2“. Nie in großen Mengen. Dem Verfechter des alttradierten Doppel-Brennens geht es viel mehr um eine hervorragend, natürliche Qualität seiner Edelbrände. Die gibt es dann oft als Preis bei so mancher Siegerehrung im Clubhaus.

Die durchschnittliche Tagesausgabe pro Person liegt beim Golfer bei 145 Euro. Beim restlichen Urlauber beträgt sie 125 Euro.Wolfgang Kuttnig, Wirtschaftskammer

Bobby Ehrlich wird gerne als Latschens „heimlicher Zwilling“ bezeichnet. Die beiden Genuss-Experten treten gerne gemeinsam auf.

Valentin Latschen

Ob beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel im noblen VIP-Zelt oder Ende April dieses Jahres im Schloss Velden. Wo Bobby Ehrlich die Nase vorne hat: Es gibt eigene Zigarrenhalterungen fürs Golfbag. Auf die Verkostung der Pfau-Edelbrände muss man als golfender Genießer schon bis nach dem Turnier warten. Ehrlich ist wie Latschen Mitglied im „1st Hemingways Cigars Club“ im Clubhaus Seltenheim. „98 Prozent der Zigarrenclubmitglieder sind Golfer“, erzählt uns der ausgebildete Zigarrensommelier. Jedes Jahr suchen die Clubmitglieder eine Clubzigarre aus. 2017 fiel die Wahl auf die Marke Paradiso. Ehrlich: „2016 war das die Zigarre Nummer Eins Weltweit.“ Sämtliche in der Paradiso enthaltenen Tabake stammen aus Nicaragua. Die Zigarre verfügt über vollvolumige Aromen, die an Zedernholz, Gewürze und Bitterschokolade erinnern. Das Highlight des Jahres ist die national ausgeschriebene „1st.Hemingway Cigars Club Golftrophy“ die jedes erstes September Wochenende stattfindet. Rund 120 Leute sind dabei. An einem Tag gehen gut und gerne 200 Zigarren weg. Golfer sind eben Genießer.